OS X: Auf iMac Ruhezustand (“suspend to disc”) statt Stand-by (“suspend to RAM”)

Die Überschrift klingt vielleicht für den einen oder anderne etwas merkwürdig und unverständlich, jedoch ist das Thema ziemlich einfach.

Auf den stationären Rechner von Apple (iMac, Mac Pro) ist standartmäßig wird Funktion “suspend to RAM” ausgeführt, wenn man den Rechner in den “Ruhezustand” versetzt. In der Praxis bedeutet dass, dass wenn ihr die auswählt, der Rechner in etwa 1 – 2 Sekunden ausgeht, und nach einem Tastendruck auf die Tastatur in der gleichen Zeit wieder an geht. Erreicht werden kann dies nur, in dem der aktuelle Systemstand (welche Programme laufen, welche Fenster sind geöffnet) in den Arbeitsspeicher (RAM) des Computers geschrieben wird. Das ist zwar praktisch, sorgt jedoch dafür, dass das System auch dann Strom verbraucht, wenn es ausgeschaltet ist. Auch kann man nicht einfach bei einem im “Ruhezustand” befindlichen Rechner den Netzstecker aus der Steckdose ziehen, denn das würde bedeuten, das der gespeicherte Arbeitsstand verloren geht, und nach dem nächsten Bootvorgang das Betriebssystem komplett neu gestartet wird. Eventuell noch offen gewesene Programme oder Dateien wären dann verloren.

Der beschriebene Fall ist so nur auf dem iMac und dem Mac Pro zu beobachten. Auf den tragbaren Systemen von Apple (MacBooks) wird per Standard etwas anders vorgegangen. Zwar ist dort auch beim Aufruf des “Ruhezustand” zuerst nur der Modus “suspend to RAM” aktiv, wird jedoch – was positiv ist – in einen “suspend to Disc” umgewandelt, wenn der Akku des Gerätes kurz vor einer “Null Prozent-Ladung” steht. Das bedeutet nichts anderes, als dass das OS X auf einem tragbaren Apple-Rechner clever ist, und den Anwender vor Datenverlust schützt. Der aktuelle Arbeitsstand des Systems wird wie gesagt mit dem “Ruhezustand” eingefroren, jedoch wird weiterhin vom System Strom verbraucht. Ein tragbares System ist irgendwann mit seinem zur Verfügung stehenden Strom am Ende und der Rechner sichert den aktuellen Stand, der sich bis dahin im RAM befand, auf die Festplatte. Beim nächsten Einschalten wird es dann länger als gewohnt dauern, jedoch wird man wie gewohnt an der letzten Stelle (geöffnete Fenster, geöffnete Programme) weiterarbeiten können.

Da einem stationärer Rechner (iMac, Mac Pro) in der Regel niemals der Strom ausgeht, da dieser immer an einer Steckdose angeschlossen ist (Stromausfall usw. mal aussen vor gelassen), wird die “suspend to Disc”-Funktion dort nie angewendet. Das ganze ist ziemlich Schade, denn mit der standardmäßigen “suspend to RAM”-Methode wird auch im ausgeschalteten Zustand Strom verbraucht. In meinem persönlichen Fall ist es sogar hin und wieder so (zumindest unter 10.5 war das der Fall), dass der Rechner wie von Geisterhand nachts aufwachte, ohne dass man das wollte.

Viel geredet, hier nun das Fazit dieses Beitrags: Es gibt auch für iMac und Mac Pro die Möglichkeit, den “suspend to Disc”-Modus zu aktivieren. Möglich ist dies mit einem kleinen Tool namens “Smart Sleep” (von Patrick Stein). Das Tool ist zwar offiziell nur für die MacBooks geschrieben worden, funktioniert jedoch auch sehr gut mit dem iMac (ich habe es gerade getestet).

suspend_to_discNach der Installation steht unter “Systemeinstellung” ein neues Icon namens “SmartSleep” zur Verfügung. Um den “suspend to Disc”-Modus dauerhaft (immer wenn “Ruhezustand” gewählt wird) zu aktivieren, muss dort bei “Current sleep state” lediglich “hibernate only” gewählt werden. Es gibt noch zwei weitere Modi, diese werden dort aber bestens erklärt und müssen hier nicht nochmal Thema sein. – Ab dem Moment der dortigen Auswahl wird nun immer, wenn man “Ruhezustand” auswählt, der “suspend to Disc”-Modus benutzt. Klarerweise wird dann für das Abschalten des Rechners etwas mehr Zeit (in meinem Fall rund 6 Sekunden) benötigt, statt zuvor etwa 1 – 2 Sekunden. Beim Einschalten das Gleiche (Eingeschaltet werden muss dann mit dem Powerknopf des Macs, mit einem lässigen Druck auf die Tastatur funktioniert das dann nicht mehr, da der Rechner – wie gesagt – komplett abgeschaltet ist).

Ich bin in jedem Fall unheimlich glücklich darüber, dieses Tool gefunden zu haben und werde es in den kommenden Tagen regelmäßig beim Abschalten des Rechners nutzen und beobachten, ob alles so funktioniert, wie es soll. Technisch läuft es, ob sich im Arbeitsablauf irgendwelche Schwierigkeiten ergeben, kann nur die Zeit zeigen. In ein paar Tagen werde ich wieder berichten.


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