Filmkritik: Inception

Allgemeiner Hinweis: Lies diesen Text nicht, wenn du den Film noch gesehen hast, es aber tun möchtest. Im Text können Hinweise zur Story vorhanden sein, welche dir die Vorfreude auf den Film vermiesen können, wenn du schon vorher davon weisst.

Wenn Filme wochen- und monatelang vor Start durch die Medien geistern, muss man zwangsläufig davon ausgehen, dass sie nur in seltenen Fällen halten, was sie versprechen. Inception hält nicht, was der Medienrummel versprochen hat und positioniert sich damit neben aktuelle Nullnummern wie 2012 oder Avatar.

Die Idee, eine Technologie zu besitzen, welche ermöglicht, in eigenen oder fremden Träumen aktiv auf das Geschehen einzuwirken, ist nicht neu. Einen Film, in dem all dies Realität ist, hat bisher zwar noch keiner gemacht, aber der erste dieser Sorte hat das Potential des Themas unschön verschossen.

Die meiste Zeit, der rund zweieinhalb Stunden, besteht aus flachen Dialogen, die sich nahezu ausschließlich um den Hauptdarsteller Cobb (Leonardo DiCaprio) drehen, der nicht über den Tod seiner Frau hinwegkommt, den er selbst verursacht hat. Seine Geschichte ist belanglos eingebunden, aber ständig präsent. Viel präsenter als die eigentliche Story des Films, und der Grund, warum der Zuschauer überhaupt von der Möglichkeit der Traumbeinflussung erfährt. Es geht um Industriespionage, genauer um das Ausschalten eines Konkurrenten.

Wieso dieser Teil soweit in den Hintergrund rückt, und am Ende noch nicht einmal eine Auflösung erfährt, bleibt genauso fraglich wie der Umstand, warum “die Bösen” beim Schießen mit ihren Waffen niemals ihre Ziele treffen, obwohl sie z. T. nur 2 Meter entfernt sind. Die schlecht eingebaute Action ist höchstens Lückenfüller und Verschnaufpause, vor dem nächsten belanglosen Gesprächsfetzen.

Die Autoren haben die Idee, durch Träume das Unterbewußtsein von Menschen verändern zu können, gut überlegt, aber stümperhaft umgesetzt. Es geht nur um die seelischen Probleme des Hauptdarstellers, es gibt keinerlei moralische Bedenken gegenüber den Dingen, die gemacht werden. Es wird mehrfach davon geredet, dass in Träumen Dinge möglich sind, die Naturgesetze völlig außen vor lassen, zu sehen bekommt man davon nichts, obwohl technisch heute alles möglich ist. Das nichts gezeigt wird, ist nicht schlimm, aber dass auch die Phantasie des Betrachters niemals angeregt wird, macht die Zeit im Kinosessel unerträglich. Im Trailer zum Film gibt es eine Szene in einer Stadt, deren Boden sich um 90 Grad in die Luft hebt, genau diese Szene bleibt das einzige im Film, was die Bezeichnung “Phantasie” verträgt.

Die eigentlichen Traumszenen sind nichts weiter als simples Filmgeplänkel aus Autofahrten, Schießereien und den erwähnten, langweiligen Dialogen. Christopher Nolan wäre gut beraten gewesen, Co-Autoren ins Boot zu holen, dann wäre aus der Idee vielleicht ein guter Film geworden. Doch nun bleibt Inception nur einer von Herrn Nolans üblichen, belanglosen Werken. Einzig im Jahr 2000 hat er mit “Memento” bewiesen, dass er ein Stück über den Durchschnitt abliefern kann, der Rest ist staubig.

Bewertung:
Die Bewertung von 2/10 Punkten ist Inception nur der Idee zu verdanken, das Thema Traumbeeinflussung in einem Film zu behandeln. Szenenaufbau, schauspielerische Leistung, Dialoge, Musik, Schnitt/Farben sind im Zusammenspiel unterdurchschnittlich und ohne jede Innovation.

Wertung: 2/10

Filmkritik: STAR TREK 11 – Der Untergang

Allgemeiner Hinweis: Lies diesen Text nicht, wenn du den Film noch gesehen hast, es aber tun möchtest. Im Text können Hinweise zur Story vorhanden sein, welche dir die Vorfreude auf den Film vermiesen können, wenn du schon vorher davon weisst.

Wenn du auch nur mit einem Fünkchen Überzeugung in den 1980er und -90er Jahren vor dem Fernseher gesessen hast, dann wirst du den neuen Star Trek-Film nicht mögen. Der Film ist belanglos und anstrengend ermüdend zugleich. Am Ende wurde mir klar, welcher Teil der 120 Minuten die Story hätte sein sollen. Das was zur Debatte stand, war schon in den ersten Minuten nach dem Einstieg in die Handlung klar und absehbar.

Nichts zeugt davon, warum Millionen verschleudert wurden. Nach dem der Film so lange angekündigt war, ein echter Star Trek-Fan die Story die auf Plausibilität gecheckt hat, hätte das Ergebnis deutlich besser und spannender sein müssen, als das, was abgeliefert wurde. Durchschnittlicher, unbedeutender Stoff.

Warum schafft es Hollywood heute nicht mehr zu begeistern? Erbärmliche Dialoge mit lieb gewonnen Phrasen von früher gespickt, mit lieblosen, billigen Wortwitzen erweitert. Den rund 200 Zuschauern im Saal entlockte diese Art von “Humor” nur selten ein Schmunzeln. Viele Lachten offenbar nur des Bieres wegen. Ja genau, es war “Männerabend” (ein Hamburger Klassiker) im cinemaxx, es gab zwei Flaschen Bier zum Preis von einer, ein vor den Film platziertes, saal-internes Ratespiel mit Star Trek-Fragen.

Die Highlights spare ich mir, genauso Dinge zur Story des Filmes, jeder Satz wäre zuviel, denn dann gäbe es beim Schauen keine Überraschung mehr.

Negativ zu nennen: wo war denn um Gottes Willen bei Portraitaufnahmen der Focus. Das Bild war selten scharf, was man aber offensichtlich dem Vorführer zuschreiben muss, denn kein Regiseur liefert so etwas ab.

Wenn Kenner von Star Wars möglicherweise in Tränen lagen, als “Episode 1″ erschien, bedauerten, dass ihr Universum damit zerstört wurde, dann sollte bitte kein Star Trek-Fan in die Nähe vom elften Film kommen. Teil 10 war ein Flop, dieser setzt sich fort.

Filmkritik: Saw V

Allgemeiner Hinweis: Lies diesen Text nicht, wenn du den Film noch gesehen hast, es aber tun möchtest. Im Text können Hinweise zur Story vorhanden sein, welche dir die Vorfreude auf den Film vermiesen können, wenn du schon vorher davon weisst.

Wenn man sich einen Roman vorstellt, welcher – sagen wir mal – etwa 180 Seiten stark ist, dann ist Saw V etwa der Teil zwischen Seite 102 und 140. Auf gut Deutsch bedeutet das, dass der Film nur dann richtig funktioniert, wenn man die Geschichte kennt. Man kann Saw V sicher nicht verstehen (oder man tut ihn als billigen Trash ab), wenn man die Story der Personen aus Teil 2 bis 4 nicht inne hat. Es ist erschreckend entspannend, wenn man sich selbst dabei ertappt, wie man gleichermaßen fasziniert und geekelt von den Vorkommnissen auf der Leinwand ist (ich habe eine englischsprachige Sneak-Preview gesehen).

Persönlich möchte ich dem Produktionsteam keinen Gefallen tun und dem Film eine übertrieben positive Wertung geben. Gleichsam möchte ich dem Ganzen nicht Absprechen, dass es unterhaltsam und abstoßend (nicht abwertend gemeint) zugleich ist.

Der Film hat Storytiefe, aber nur in soweit, dass einem mehr und mehr bewußt wird, wie verzwickt und konzeptioniert das Leben des Hauptakteurs ist. Ich habe mich kurz ertappt, Mitleid zu haben, ob all der verstörten Gedanken eines alten gebrochenen Mannes. Direkt folgend habe ich festgestellt, wie gut die Autoren ihr Werk tun, und es mit jedem neuen Teil der Serie schaffen, den Zuseher bei Laune – und bei der Stange – zu halten.

Wie gesagt, losgelöst von den letzten vier Jahren “Saw-History” funktioniert der fünfte Teil auf gar keinen Fall. Ist man sich aber gedanklich bewusst, in welchen Ebenen man wandelt, so hat man durchaus makaberen Spaß an dem blutroten Treiben. Leider ist man sich in jeder Sekunde darüber im Klaren, dass die Art, auf welche die Gesamtgeschichte erzählt und vorangetrieben wird, so in Szene gesetzt ist, dass es unendlich weitergehen könnte.

Saw V schließt ebenso wie die beiden Vorgänger aus, dass es bald ein Ende geben wird. Man könnte, mit jetzigem Stand und mit jetzigem Ablauf der Filme, noch ein Dutzend Fortsetzungen bringen. Aus kommerzieller Sicht ist den Machern zu gratulieren, aus Sicht des Zuschauers sicherlich auch, aber aus Sicht von Tiefe, Geschichtenerzählerei und Phantasie bleibt eigentlich nichts mehr offen. Alles war schon da, egal wie viel Gespräche geführt werden, das Wichtigste ist, dass Blut fließt. Das interessanteste an Saw bleiben die neuen “Fallen”.

Man rechnet als Zuschauer nicht mehr mit einem Ende der Geschichte, sondern geht mit dem Gedanken Film schauen, dass es in zwölf Monaten den nächsten Teil geben wird.

Losgelöst von dem gesamten Franchise “Saw” sind nur Teil 1 und 2 positiv zu loben, der Rest ist Schema F, wenn auch fesselnd.

Fazit: Auch Teil 5 ist nichts für schwache Nerven (ich habe die Uncut-Version gesehen). Wer Fan der Serie ist, wird seine Freude haben. Alles in allem macht Saw 5 Spaß, aber eben nur unter obigen Gesichtspunkten. Ach ja, tiefgründige und tiefsinnige Dialoge gibt es im gesamten Film nicht, schauspielerisch sticht keiner der Akteure wirklich heraus, alles lebt vom nächsten Überlebenskampf.

Filmkritik: Spiderman 2

Allgemeiner Hinweis: Lies diesen Text nicht, wenn du den Film noch gesehen hast, es aber tun möchtest. Im Text können Hinweise zur Story vorhanden sein, welche dir die Vorfreude auf den Film vermiesen können, wenn du schon vorher davon weisst.

Zwei Jahre ist es her, dass Hollywood die Spinne zum Leben erweckt hat, jetzt ist Teil 2 in den Kinos. Vollkommen unvoreingenommen zog ich aus um mir den Film anzuschauen, und erschauderte.

Präsentiert wird eine schwammige tränendrüsendrückende Liebesgeschichte, die zum Glück unter all der Fassade – erstaunlicherweise – einen echten Comicmythos in sich trägt, Doctor Octopus. Seiner Anwesenheit ist es zu verdanken, dass das große Werk nicht vollkommen an Boden verliert.

In diesem Mischmasch aus langatmigem Geplänkel ala Dawsons Creek, vollgepackt mit Rückblicken und selbstzweifelnden Akteuren, sind es nichtmal die Animationen und Aktioneffekte die überzeugen.

Für einen Filmabend nicht geeignet, könnte man meinen, mit dem Kauf einer Kinokarte wenigstens eine Zwischendurch-Unterhaltung abzusahnen. Weit gefehlt, Sonnenbaden im Park oder Schwimmbad wäre interessanter und gesünder gewesen.

In diesem ganzen Millionenwahnsinn rund um Aktionheldenverfilmungen ist leider ein weiteres Mal der Mythos auf der Strecke geblieben, genauer – zerstört worden.

Traurig, dass Ruhm und Geldgeilheit einen der bis dato unnahbarsten Helden – Peter Parker – zerstört haben.

Fazit:
Zu seicht um es Unterhaltung zu nennen, zu unrealistisch um den Status Familenfilm zu erhalten.