1587 Tage
Im Jahr 2006 gab der Künstler Adam Green ein Spontankonzert. Ich war als Fotograf vor Ort und konnte frei dokumentieren.
Adam war während der Show zwischen 50 und 200 cm von der Linse entfernt. Es enstanden viele Portraits, dank der Enge des Raumes.
Eines der Fotos fand im Laufe des Jahres über die Managerin des Künstlers seinen Weg zu Coca Cola – verbotener Weise, vorbei an schriftlicher Absprache. Der genaue Zusammenhang konnte nie geklärt werden. Eine Information der Verwendung des Bildes gab es nicht.
Coca Cola bot das Foto über viereinhalb Jahre Pressevertretern in einem öffentlichen Bildarchiv zur Nutzung an.
- Fatal#1: Ohne Urheberprüfung
- Fatal#2: Ohne Urhebernennung
- Fatal#3: Das Foto in Druckqualität stand frei zum Download, Fatal#4: Das Veröffentlichungsdatum des Fotos im Bildarchiv wurde publiziert und zusätzlich der Anschein erweckt, das Unternehmen sei der Urheber des Fotos.
Dank eines Hinweises habe ich von der unrechtmäßigen Nutzung des Bildes erfahren und einen Anwalt für Urheberrecht beauftragt meine Rechte zu vertreten.
Ein langes, Kräfte zehrendes Hin und Her folgte. Papier und Briefe türmten sich. Nerven lagen blank. Regelmäßig trudelten Faxe, Briefe und Anrufe ein. Ungezählte Zweifel der Gegenseite – bezüglich der Urheberschaft – konnten jeweils lückenlos beseitigt werden. Jedem Schriftstück folgten Wochen des Wartens. Resignation machte sich mehrfach breit, die Kostenuhr tickte unaufhaltsam. Es war zuletzt nur noch ein Handeln aus Prinzip.
Ein schöner Moment war, als Bilder des Abends auftauchten, die durch Mitarbeiter eines Radiosenders angefertigt wurden, die vor Ort waren. Die Bilder zeigen mich bei der Arbeit mit dem Künstler. Wenn es vorher noch Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Vorwurfes der Urheberrechtsverletzung gab, waren diese in dem Moment gänzlich vom Tisch.
Am 08.08.2011 fand die Geschichte ihr Ende, durch Hände schütteln und gemeinsame Einigkeit … und einem Scheck.
