[Mac-Software] Für Switcher die WinRAR lieben: BetterZip

BetterZip ist eine komplette Archiv/Pack-Suite und die perfekte Alternative für Menschen, die von Windows zu OS X wechseln, aber die gleichen Möglichkeiten haben möchten.

Anfang des Jahres habe ich schon einmal von einer guten WinRAR-Alternative gesprochen. Damals ging es um das Programm Zipeg, was hervorragende Leistung bringt (allerdings Archive nur entpacken kann, aber nicht erstellen).
Da Zipeg nur die Hälfte der Funktionen ersetzt, die man von WinRAR gewohnt ist, habe ich mich auf die Suche nach einer wirklichen Alternative gemacht und BetterZip gefunden.

Was BetterZip kann:

Das Programm bietet in der aktuellen Version, beim Entpacken, die selben Funktionen wie Zipeg. Die Programmoberfläche passt allerdings optisch noch ein bisschen besser zu Leopard. Was mir persönlich am Besten gefällt ist, dass Drag’n’Drop von einzelnen Dateien, aus einem größeren Archiv heraus, besser und weniger Hakelig funktioniert als bei Zipeg. Wenn man ein Archiv mit mehreren Dateien öffnet und eine bestimmte Datei auf den Desktop zieht, dann ist – meinem Empfinden nach – bei Zipeg Glückssache, ob dies sofort beim ersten Versuch funktioniert. Bei BetterZip tut es das.

Zipeg beherrscht das Entpacken von Splitfiles (name.001, name.002, …), mit BetterZip ist dies seit dem letzten Update (29.04.2009) nun endlich möglich.

Vorteil von BetterZip gegenüber Zipeg:

Der größte Unterschied, und für mich der wichtigste Grund, auf BetterZip umzusteigen, ist die Möglichkeit auch gepackte Archive zu erstellen. Zipeg ist, in der vorliegen Version (2.4.0) nur ein Entpacker.

Im Test mit einer 233 Megabyte großen Datei, die in 20 Megabyte große Einzelteile gepackt wurde, lieferte BetterZip ein gutes Ergebnis und war nach etwa 20 Sekunden fertig.

Grund für den Test von BetterZip und Zipeg:

Grund für die Suche nach einem derartigen Programm war ursprünglich das Wegkommen von StuffIt, welches leider keine gute Performance abliefert. Alleine das Entpacken einer 2 GB großen Datei (aus einzelnen .sitx-Files) hat auf meinem iMac (Core2Duo 2.8 GHz, 2 GB RAM) mehr als 20 Minuten gedauert. Das System wurde vor drei Tagen installiert, es liefen nur zwei weitere Programme nebenher (Mozilla Firefox + Adium), dennoch sorgte der StuffIt Expander für eine CPU-Auslastung vor 90 – 95 % über die gesamte Zeit des Entpackens.

Fazit:

BetterZip läuft rund, hat gute Performance und kann von Haus aus die wichtigsten Archive entpacken (.zip, .jar, .war, .ear, .sar, .par, .wsr, .rar, .cbz, .cbr, .tar, .tgz, .tbz, .gz, .bz, .bz2, .cpio, .cpgz, .7z, .lha, .lzh, .arj, .iso, .chm, .cab, .deb, .rpm., .sit, .dd, .bin, .hqx).

Glücklicherweise ist das Programm in der Lage auch Archive (auch Splitarchive beliebiger Größe) zu erstellen, und zwar im Format zip, tar, gzip, bzip2 und 7zip. Über eine integrierte Schnittstelle ist es problemlos möglich den separat erhältlichen RAR-Packer einzubinden, und fortan mit BetterZip auch RAR-Archive zu erzeugen. Ab diesem Augenblick steht das Programm dem Windowspendant “WinRAR” in nichts nach. Für Umsteiger, die aus dem Windowslager zu OS X wechseln, die ideale Alternative.

Kosten:

Da BetterZip mehr als ein Entpacker ist, sondern eine komplette Pack-Suite ersetzt, ist es nur fair, dass es unter der Shareware-Lizenz steht. Eine Einzelplatzlizenz kostet 19,95 US-Dollar, bei dem aktuellen Kurs eine Summe von 15,42 Euro – also nicht nur günstig, sondern eigentlich traumhaft (StuffIt Deluxe kostet beim derzeigen Wechselkurs knapp 70 Euro!).

Link:

http://macitbetter.com

Filmkritik: STAR TREK 11 – Der Untergang

Allgemeiner Hinweis: Lies diesen Text nicht, wenn du den Film noch gesehen hast, es aber tun möchtest. Im Text können Hinweise zur Story vorhanden sein, welche dir die Vorfreude auf den Film vermiesen können, wenn du schon vorher davon weisst.

Wenn du auch nur mit einem Fünkchen Überzeugung in den 1980er und -90er Jahren vor dem Fernseher gesessen hast, dann wirst du den neuen Star Trek-Film nicht mögen. Der Film ist belanglos und anstrengend ermüdend zugleich. Am Ende wurde mir klar, welcher Teil der 120 Minuten die Story hätte sein sollen. Das was zur Debatte stand, war schon in den ersten Minuten nach dem Einstieg in die Handlung klar und absehbar.

Nichts zeugt davon, warum Millionen verschleudert wurden. Nach dem der Film so lange angekündigt war, ein echter Star Trek-Fan die Story die auf Plausibilität gecheckt hat, hätte das Ergebnis deutlich besser und spannender sein müssen, als das, was abgeliefert wurde. Durchschnittlicher, unbedeutender Stoff.

Warum schafft es Hollywood heute nicht mehr zu begeistern? Erbärmliche Dialoge mit lieb gewonnen Phrasen von früher gespickt, mit lieblosen, billigen Wortwitzen erweitert. Den rund 200 Zuschauern im Saal entlockte diese Art von “Humor” nur selten ein Schmunzeln. Viele Lachten offenbar nur des Bieres wegen. Ja genau, es war “Männerabend” (ein Hamburger Klassiker) im cinemaxx, es gab zwei Flaschen Bier zum Preis von einer, ein vor den Film platziertes, saal-internes Ratespiel mit Star Trek-Fragen.

Die Highlights spare ich mir, genauso Dinge zur Story des Filmes, jeder Satz wäre zuviel, denn dann gäbe es beim Schauen keine Überraschung mehr.

Negativ zu nennen: wo war denn um Gottes Willen bei Portraitaufnahmen der Focus. Das Bild war selten scharf, was man aber offensichtlich dem Vorführer zuschreiben muss, denn kein Regiseur liefert so etwas ab.

Wenn Kenner von Star Wars möglicherweise in Tränen lagen, als “Episode 1″ erschien, bedauerten, dass ihr Universum damit zerstört wurde, dann sollte bitte kein Star Trek-Fan in die Nähe vom elften Film kommen. Teil 10 war ein Flop, dieser setzt sich fort.

Filmkritik: Saw V

Allgemeiner Hinweis: Lies diesen Text nicht, wenn du den Film noch gesehen hast, es aber tun möchtest. Im Text können Hinweise zur Story vorhanden sein, welche dir die Vorfreude auf den Film vermiesen können, wenn du schon vorher davon weisst.

Wenn man sich einen Roman vorstellt, welcher – sagen wir mal – etwa 180 Seiten stark ist, dann ist Saw V etwa der Teil zwischen Seite 102 und 140. Auf gut Deutsch bedeutet das, dass der Film nur dann richtig funktioniert, wenn man die Geschichte kennt. Man kann Saw V sicher nicht verstehen (oder man tut ihn als billigen Trash ab), wenn man die Story der Personen aus Teil 2 bis 4 nicht inne hat. Es ist erschreckend entspannend, wenn man sich selbst dabei ertappt, wie man gleichermaßen fasziniert und geekelt von den Vorkommnissen auf der Leinwand ist (ich habe eine englischsprachige Sneak-Preview gesehen).

Persönlich möchte ich dem Produktionsteam keinen Gefallen tun und dem Film eine übertrieben positive Wertung geben. Gleichsam möchte ich dem Ganzen nicht Absprechen, dass es unterhaltsam und abstoßend (nicht abwertend gemeint) zugleich ist.

Der Film hat Storytiefe, aber nur in soweit, dass einem mehr und mehr bewußt wird, wie verzwickt und konzeptioniert das Leben des Hauptakteurs ist. Ich habe mich kurz ertappt, Mitleid zu haben, ob all der verstörten Gedanken eines alten gebrochenen Mannes. Direkt folgend habe ich festgestellt, wie gut die Autoren ihr Werk tun, und es mit jedem neuen Teil der Serie schaffen, den Zuseher bei Laune – und bei der Stange – zu halten.

Wie gesagt, losgelöst von den letzten vier Jahren “Saw-History” funktioniert der fünfte Teil auf gar keinen Fall. Ist man sich aber gedanklich bewusst, in welchen Ebenen man wandelt, so hat man durchaus makaberen Spaß an dem blutroten Treiben. Leider ist man sich in jeder Sekunde darüber im Klaren, dass die Art, auf welche die Gesamtgeschichte erzählt und vorangetrieben wird, so in Szene gesetzt ist, dass es unendlich weitergehen könnte.

Saw V schließt ebenso wie die beiden Vorgänger aus, dass es bald ein Ende geben wird. Man könnte, mit jetzigem Stand und mit jetzigem Ablauf der Filme, noch ein Dutzend Fortsetzungen bringen. Aus kommerzieller Sicht ist den Machern zu gratulieren, aus Sicht des Zuschauers sicherlich auch, aber aus Sicht von Tiefe, Geschichtenerzählerei und Phantasie bleibt eigentlich nichts mehr offen. Alles war schon da, egal wie viel Gespräche geführt werden, das Wichtigste ist, dass Blut fließt. Das interessanteste an Saw bleiben die neuen “Fallen”.

Man rechnet als Zuschauer nicht mehr mit einem Ende der Geschichte, sondern geht mit dem Gedanken Film schauen, dass es in zwölf Monaten den nächsten Teil geben wird.

Losgelöst von dem gesamten Franchise “Saw” sind nur Teil 1 und 2 positiv zu loben, der Rest ist Schema F, wenn auch fesselnd.

Fazit: Auch Teil 5 ist nichts für schwache Nerven (ich habe die Uncut-Version gesehen). Wer Fan der Serie ist, wird seine Freude haben. Alles in allem macht Saw 5 Spaß, aber eben nur unter obigen Gesichtspunkten. Ach ja, tiefgründige und tiefsinnige Dialoge gibt es im gesamten Film nicht, schauspielerisch sticht keiner der Akteure wirklich heraus, alles lebt vom nächsten Überlebenskampf.